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                                                  Spargel
                                                 (Asparagus officinalis)

Ursprünglich stammt der Spargel aus Kleinasien. Zunächst verbreitete er sich von
dort aus im gesamten Mittelmeerraum, bis er schließlich mit den römischen
Feldzügen im gesamten Römischen Reich, also auch im damaligen Germanien,
dem heutigen Mitteleuropa, bekannt wurde. Man sagte schon damals dem Spargel
wundersame Kräfte nach. So trugen Bräute im antiken Griechenland einen Kranz
aus wildem Spargel und junge Römer hängten sich Spargelstangen als
Liebesamulett um den Hals. In einem alten Apothekerbuch findet sich der Satz:
“Spargel in der Speise genossen, bringt lustige Begier den Männlein.” Bevor er als
delikates Gemüse entdeckt wurde, wusste man um den Gesundheitswert des
Spargels, der deshalb botanisch Asparagus officinalis genannt wurde. Die Pflanze
gehört zu den Liliengewächsen, wie etwa Zwiebeln, Knoblauch, Porree und
Schnittlauch, die im Garten nicht direkt neben dem Spargelbeet angebaut werden
dürfen.
Neben dem Gemüsespargel kennt man verschiede Zierspargelarten, die in der
Regel als Hängepflanze in Ampeln verwendet werden.
Spargelanbau im Garten
Spargel wird nur wenige Wochen im Jahr frisch auf dem Markt angeboten und ist
relativ teuer. Warum also nicht dieses edle Gemüse selbst im Garten anbauen?
Ganz nach Geschmack kann man zwischen weißem und grünem Spargel wählen.
Dabei ist der Anbau von Grünspargel weniger aufwendig als der des weißen
Spargels. Grundsätzlich benötigt man für den Spargelanbau einen sonnigen Platz
im Garten. Der Boden muss locker sein, denn stauende Nässe wird von den
Pflanzen nicht vertragen. Am besten gelingt der Anbau auf leichten, sandigen
Böden. Ein pH- Wert zwischen 5,5 und 6 ist optimal. Da ein Spargelbeet bis zu 10
Jahren beerntet werden kann, sollte man sich die Lage des Beetes, insbesondere
beim Anbau von weißem Spargel auf Hügeln, gut überlegen. Verlaufen die Beete
von Norden nach Süden, ist die Ernte während der “Spargelzeit” gleichmäßig, das
heißt, die Stangen entwickeln sich auf beiden Seiten des Hügels gleichzeitig. Legt
man die Beete in Ost-West-Richtung an, beginnt die Ernte auf der Südseite der
Hügel etwas früher als auf der Nordseite.

                                             Grünspargel

Spargel wird im April gepflanzt, wobei man mit der Beetvorbereitung bereits im
März beginnen sollte. Am besten pflanzt man Grünspargel in Doppelreihen. Dafür
wird zunächst ein 25 cm tiefer Graben ausgehoben, der 1 m breit ist. Dieser
Graben wird nochmals 25 cm tief umgegraben und glattgezogen. Nun gibt man
darauf eine ca. 10 cm dicke Schicht Kompost oder verrotteten Stallmist sowie eine
Vorratsdüngung (nach Bodenanalyse!) von 100 g Superphosphat und 100 g
Kalimagnesia. Diese Schicht wird z.B. mit der Grabegabel gut durchmischt.
Sobald die Setzlinge ankommen, sollte man sie pflanzen. Kühl und trocken
gelagert halten sie sich aber auch bis zu 14 Tagen. Die Pflanzen werden mit
ausgebreiteten Wurzeln vorsichtig auf den gelockerten Boden gelegt. Der Abstand
in der Reihe beträgt 40 cm, zwischen den Reihen 50 cm. Wird eine zweite
Doppelreihe angelegt, so beträgt der Abstand dorthin 1,5 m. Abschließend füllt
man den Graben mit der ausgehobenen Erde wieder auf. Wichtig ist, dass die
Wurzelköpfe der Spargelpflanzen 15 cm unter der Erdoberfläche liegen. In den
nächsten Monaten ist es wichtig, die Oberfläche unkrautfrei und locker zu halten.
Eine Ernte ist in den ersten beiden Jahren nicht möglich. Im November stößt man
das ausgewachsene Spargelkraut mit einem Spaten ab und verbrennt es oder gibt
es in die Biotonne, um die evtl. Verbreitung von Spargelkrankheiten zu vermeiden.

Im 2. Jahr wird die Spargelfläche im Frühjahr mit etwa 2 kg Kompost/qm gedüngt
und flach gelockert. Dabei darauf achten, dass die Wurzelköpfe der Pflanzen nicht
beschädigt werden. Nach Möglichkeit die Fläche unkrautfrei halten und im
November wiederum das Spargellaub entfernen.

Im 3. Standjahr düngt man wie im Jahr zuvor. Von Mai bis etwa Mitte Juni kann
man nun ernten. Sobald die Stangen 20 cm lang sind, schneidet man sie kurz
unter der Erdoberfläche ab. Auch dünne Stangen sind eine Delikatesse und
sollten deshalb mit geerntet werden. Bei hohen Temperaturen wächst Spargel
recht schnell und man kann täglich ernten. Obwohl die Triebe des Grünspargels
Temperaturen bis zu – 4 Grad Celsius vertragen, sollte man in Lagen mit Spätfrost
das Beet mit einem Vlies oder einer Folie abdecken, bis die Ernte beginnt.
Allgemein kann man mit dieser Methode den Erntezeitpunkt etwas vorverlegen.

Ab dem 4. Standjahr ist der 24. Juni, Johanni, der letzte Erntetag für Bleich- und
Grünspargel, damit sich genügend Laub entwickeln kann, über das die Wurzeln
“Kraft” für das nächste Jahr sammeln.

Übrigens gibt es auch violetten Spargel, der wie Grünspargel angebaut wird.



                                           Bleichspargel
Der Anbau von Bleichspargel ist aufwendiger als der des Grünspargels. Zwar sind
die Pflanzarbeiten identisch, doch pflanzt man nicht in Doppelreihen, sondern
einreihig. Dafür wird ein etwa 1,50 m breites Beet angelegt, in dessen Mitte ein 40
– 50 cm breiter Pflanzgraben gezogen wird. Tiefe und Bodenverbesserung wie
beim Grünspargel.

Im ersten und zweiten Jahr wird der Bleichspargel wie Grünspargel behandelt.
Auch er kann erst ab dem 3. Standjahr geerntet werden. Damit die
Spargelstangen weiß bleiben, müssen sie vor Licht geschützt werden. Deshalb
wirft man einen Erdwall (ca. 30 cm hoch) auf, sobald die ersten Triebe die
Erdoberfläche durchstoßen. Alternativ zum Erdwall, kann man die Spargelreihe
auch nur leicht anhäufeln und anschließend mit einer schwarzen Spargelfolie
überbauen. Der Folientunnel muss mindestens 30 cm hoch und 50 cm breit sein.
Die Längsseiten so befestigen, dass sie für die Ernte aufklappbar sind! Etwa 10
Tage nach dem Anhäufeln kann mit der Ernte begonnen werden. Nach der Ernte
werden die Dämme planiert und das Spargellaub muss zur Regeneration der
Pflanze durchwachsen. Im November entfernt man das Laub, wie beim
Grünspargel beschrieben.

Die Spargelernte, auch Stechen genannt, erfolgt mit einem speziellen
Spargelstecher oder aber mit einem scharfen Messer. Die Ernte des Grünspargels
ist denkbar einfach.
Bleichspargel wird geerntet, wenn die Triebspitzen gerade durch die Oberfläche
des Erdwalls brechen (es zeigen sich Bruchstellen). Jede Stange wird vorsichtig
so tief wie möglich freigelegt und kurz oberhalb der Wurzelkrone “gestochen”. Das
freigelegte Loch sofort wieder mit Erde auffüllen.

                                     Vor- und Zubereitung
Frischer Spargel kann ungeschält und in ein feuchtes Tuch eingeschlagen bis zu
zwei Tagen im Gemüsefach des Kühlschrankes aufbewahrt werden.
Bleichspargel wird immer vom Kopf aus nach unten hin dicker geschält.
Gegebenenfalls wird der holzige unterste Teil abgeschnitten. Bei Grünspargel wird
nur das untere Drittel geschält. Übrigens: die Spargelschalen und –abschnitte
ergeben, 10 bis 15 Minuten gekocht, eine aromatische Basis für eine Suppe.
Zum Garen nimmt man nur wenig Wasser, um möglichst viele Nährstoffe und den
feinen Spargelgeschmack zu erhalten. Günstig ist ein spezieller Spargeltopf oder
ein Siebeinsatz. In das Kochwasser gibt man neben Salz auch immer Zucker und
einen Stich Butter. Bleichspargel wird ca. 20 – 25 Minuten gegart. Bei
Grünspargel, der einen kräftigeren Geschmack hat, beträgt die Garzeit nur 10 – 15
Minuten.
Zum Einfrieren wird Spargel geschält, aber nicht blanchiert. Der gefrorene Spargel
wird dann gleich in das gewürzte Kochwasser gegeben.

                                             Gesundheitswert
Spargel ist mit nur 17 kcal/100g besonders energiearm. Er regt den Stoffwechsel
an und hat wegen des hohen Kalium- und Eisengehaltes eine entwässernde und
blutreinigende Wirkung. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist beachtlich. Spargel
ist ideal für gestresste Kopfarbeiter.
Wegen des hohen Puringehaltes sollten Menschen mit Neigung zu Gicht nicht zu
häufig Spargel verzehren.


                         Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

 
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